SP Winterthur kritisiert den Entscheid der Zentralschulpflege zur Abschaffung der Anforderungsstufen

SP Winterthur

Die Zentralschulpflege (ZSP) hat angekündigt, das System der Anforderungsstufen in einzelnen Fächern (Mathematik und Französisch) in der Sekundarstufe abzuschaffen und zu einem System der reinen Stammklassen in der Sekundarstufe zurückzukehren. Die SP Winterthur kritisiert, dass Winterthur damit zu einem System der Oberstufe zurückkehrt, das entscheidende Nachteile aufweist. In Schulmodellen mit Anforderungsstufen ist die Durchlässigkeit zwischen den fachspezifischen Leistungsniveaus besser gewährleistet als in Modellen ohne Anforderungsstufen. Zudem sind in Schulsystemen mit weniger starren Zuteilungen sowohl ein höheres Leistungsniveau als auch geringere Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen sozio-ökonomischen Milieus feststellbar.

„Das starre System ohne eine Durchmischung in den Anforderungsstufen ist stigmatisierend und läuft dem Beitrag zur Chancengleichheit entgegen“, kritisiert SP-Gemeinderätin Regula Keller. 2013 haben rund die Hälfte der Gemeinden im Kanton Zürich ein bis drei Niveaufächer angeboten. „Fragwürdig scheint, dass Winterthur als zweitgrösste Stadt im Kanton wieder zu einem System zurückkehren will, das diesbezüglich weniger Möglichkeiten für individualisiertes Lernen bietet und gerade Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt“, führt Regula Keller weiter aus. Die SP befürchtet, dass die Lehrkräfte in Zukunft innerhalb ihrer Abteilung ein breites Spektrum an Leistungsfähigkeit haben, das sie mittels differenzierten Lernangeboten ausgleichen müssen. Das bedeutet unter dem Strich eine wesentliche Mehrarbeit.

„Es sind wohl vor allem organisatorische und nicht pädagogische Aspekte, die zum Entscheid, die Anforderungsstufen abzuschaffen, geführt haben: der Stundenplan, die Räumlichkeiten, die Wege, welche die Schülerinnen und Schüler zurücklegen müssen“, ist Gabi Stritt überzeugt. Die SP kann der Argumentation, Niveaustufen würden dem integrativen Auftrag der Schule widerspreche, wenig abgewinnen. Mit der vielfältigen Mischung der Lerngruppen in den Abteilungen sowie zusätzlich in den Niveaugruppen wird eine bessere Durchmischung, dementsprechend auch eine geringere Stigmatisierung erreicht. Aufhorchen lässt auch das rasche Tempo, den Systemwechsel bereits auf das Schuljahr 2018/19 umzusetzen. „Wäre es nicht sinnvoll, hier die Eltern ausführlich über die Änderung zu informieren und die Lehrpersonen auf die erhöhten Anforderungen an einen differenzierten Unterricht sorgfältig vorzubereiten“ fragt sich Gabi Stritt.

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