Industriebrachen - wir wollen Vorzeigequartiere!

Quartierrundgang Stadtmitte/Lagerplatz

Bei sonnigem Wetter nahmen ca. 30 Personen die Einladung der SP Altstadt/Mattenbach wahr und nahmen am Quartierrundgang Stadtmitte/Lagerplatz zum Thema „Industriebrachen - wir wollen Vorzeigequartiere!“ teil.

Bei der Fabrikkirche informierten Stadträtin Pearl Pedergnana und Gemeinderätin Ursina Meier Pietsch über den Gestaltungsplan Werk 1. Geplant ist Wohnraum für 500 bis 1000 Menschen sowie Arbeitsplätze für ungefähr 5000 Personen. 30% des Wohnraums muss nach dem Prinzip der Kostenmiete vergeben werden. Zudem soll mittels eines innovativen Fahrtenmodells dafür gesorgt werden, dass nicht mehr als 200 Fahrten pro Stunde möglich sind und sich der entstehende Mehrverkehr in Grenzen hält. Auch sollen Grünflächen und Bäume vorhanden sein. Das geplante Hochhaus soll höchstens 120 Meter hoch werden dürfen und es müssen hohe Anforderungen an energetisches Bauen eingehalten werden. Der Stadtrat konnte also zusammengefasst viele seiner Anliegen in dieses Bauprojekt einbringen. Nach dem Einwendungsverfahren wurden noch Anpassungen gemacht. Der Gemeinderat wird sich jetzt mit dem Gestaltungsplan auseinandersetzen.

Anschliessend erläuterte Stadträtin Yvonne Beutler bei der Halle 53 anhand von Fragen von Gemeinderatskandidat Stefan Hostettler die Herausforderungen der finanziellen Lage sowie von Effort 14+. Wichtig ist zunächst, dass die finanziellen Probleme der Stadt vor allem da her rühren, dass Winterthur mit dem neuen Finanzausgleich nicht genügend Gelder erhält. Die steigenden Kosten in den Bereichen Sozialhilfe und Schule sind nicht beeinflussbar. Der Stadtrat hat Themen definiert, bei welchen er keinesfalls sparen will, wie z.B. bei der Frühforderungen, den Quartierbibliotheken, den Löhnen des Personals oder bei der sogenannten Mantelzulage für AHV- und IV-Bezügerinnen und Bezüger, welche Ergänzungsleistungen beziehen. Diese Bereiche wären unter einem mehrheitlich bürgerlichen Stadtrat möglicherweise nicht geschont worden.

Als inhaltlicher Abschluss gingen Stadtrat Nicolas Galladé und Gemeinderatskandidat Florian Weber auf die Geschichte des Lagerplatzareals ein. Das Exempel Lagerhausareal zeigt vor allem, dass Kreativwirtschaft sowohl Arbeitsplätze schafft als auch zur Wertschöpfung beiträgt und nicht, wie zum Teil angenommen, der öffentlichen Hand Kosten verursacht. Zudem leistet Kreativwirtschaft einen wichtigen Beitrag zu einer lebendigen Stadt. Bei der Entwicklung des Lagerplatzareals spielte die SP eine wichtige Rolle – unter anderem durch den damaligen Stadtpräsidenten Ernst Wohlwend. Aber auch eine von Gemeinderat Edi Wettstein gestellte Frage, betreffend den bedrohten Verbleib der Pionierbetriebe im Lagerplatzareal, hatte grosse Auswirkungen. Schliesslich konnte das Areal mit der Pensionskasse Abendrot unter Einbezug der interessierten Kreise nachhaltig entwickelt werden. Abschliessend fand beim Portier ein Apéro statt, der dank dem schönen Wetter draussen abgehalten und von den Anwesenden für spannende Diskussionen genutzt werden konnte.