Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität für alle

Quartierrundgang Oberwinterthur/Neuhegi
Quartierrundgang Oberwinterthur/Neuhegi

Am Samstag, 28. September fand in Oberwinterthur/Neuhegi ein Quartierrundgang mit den Stadträtinnen Pearl Pedergnana und Yvonne Beutler und Stadtrat Nicolas Galladé statt. Die SP Oberwinterthur hat den Rundgang zum Thema "Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität für alle" organisiert.

Beim Treffpunk am Bahnhof Grüze versammelten sich zwei Dutzend SP-Mitglieder und weitere Interessierte und hörten gebannt Bauvorsteherin Pearl Pedergnana zu, als sie die Entwicklungsplanung des Stadtrats für das Quartier erklärte. Wohnraum für 2000 zusätzliche Einwohner, 10'000 Arbeitsplätze, neue Buslinien, dichtere Zugsfahrpläne, Velounterstände und Unterführungen, eine alle Gleise überspannende Brücke mit Abgängen zu den Perrons, begrünte Velobahnen direkt zur Innenstadt mit eigenen Spuren für Fussgänger, vielleicht ein Hochhaus, ein Tunnel für den Autobahnzubringer, das alles soll hier entstehen. Ein paar Pünten müssten verlegt werden und private Grundeigentümer müssen Hand bieten für grosszügigen Freiflächen, so will es die Vision eines modernen, lebendigen und vielschichtigen Quartiers.

Mit der S-Bahn und Velos begab sich die Gruppe danach zu einer Vision, die bereits Realität geworden ist: zum Mehrgenerationenhaus auf dem Areal der ehemaligen Sulzer Giesserei. Sehr viel Medienecho hat dieses neueste und grösste Projekt der Gesewo (Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen) bereits ausgelöst. Die Stadt hat einen Beitrag an die subventionierten Wohnungen geleistet, wie Stadtrat Nicolas Galladé ausführte und würde auch begrüssen, wenn die geplante Pflegegruppe für Betagte zustande käme. Die TeilnehmerInnen am SP-Rundgang führte der Projektleiter der Giesserei, Jürg Altwegg, vom wunderschön begrünten Innenhof in den Untergrund, um das Konzept der autofreien Siedlung zu erklären. Ja, es gibt auch in der Giesserei Autos: Besucherparkplätze und auf fünf Wohnungen einen Mieterparkplatz. Dazu aber 600 Veloparkplätze, für jedes Zimmer der über 150 Wohnungen einen.

Dann ging's die sanft ansteigende Velorampe hoch und die Besucher landeten am Eulachpark. Der Weitsicht der damaligen Stadtregierung ist es zu verdanken, dass diese Oase entstand, als ringsum noch Industriebrache einer neuen Nutzung entgegendämmerte. Hier gab Gemeinderatspräsidentin Christa Benz einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben des Vereins Strassensozialarbeit Winterthur. Vor vier Jahren hatte der Gemeinderat noch den Beitrag an den Verein im Hinblick auf die Bedürfnisse von Neu-Hegi erhöht. Am 4. November wird er zu entschieden haben, ob auch in diesem Bereich gespart wird.

Die alte Sulzerhalle 710 liegt in Sichtweite der Giesserei. Doch vor dem Griff zu Getränken und Häppchen, wurde "Finanzministerin" Yvonne Beutler vom jüngsten SP-Gemeinderat, Kaspar Bopp in die Zange genommen. Was kostet Wachstum? Welche Folgen hat es, wenn alles wahr wird, was die Runde der Zuhörerinnen und Zuhörer an diesem nebligen Nachmittag gelernt hatte? Wäre es nicht besser, die Entwicklung zu bremsen? Die Stadträtin hatte nicht auf all diese komplexen Fragen pfannenfertige Antworten bereit. Zu viel hängt vom Kanton, von der allgemeinen Entwicklung und davon ab, welche politischen Kräfte die Sparschraube wo anziehen. Für sie wie für die Teilnehmer/innen am Rundgang, vom jungen Aktivisten bis zu den drei parteilosen Püntengärtnerinnen, war klar: Am 9. Februar gilt es, die Linke zu stärken.