Buchempfehlung: «Zaïda» von Anne Cuneo

Buchempfehlung von Lea

Über mehr als 500 Seiten begleitet man Zaïda – eine fiktive Figur – vom schüchternen «grauen Mäuschen» bis ins hohe Alter. Dabei erlebt sie die grossen Umbrüche Europas – vom Risorgimento in Italien über die beiden Weltkriege bis immer wieder in die Schweiz, insbesondere nach Zürich. Fast nebenbei habe ich dabei vieles aus dem Geschichtsunterricht neu entdeckt.

Besonders beeindruckt hat mich Zaïdas Beharrlichkeit. Als Frau im späten 19. Jahrhundert beschliesst sie, Medizin zu studieren und setzt sich – trotz Widerständen, persönlichen Schicksalsschlägen und Kriegen – ihr Leben lang für Menschen ein, die weniger Chancen haben.

Beim Lesen musste ich mehr als einmal an unsere politische Arbeit denken. Auch wir erleben Gegenwind und langsame Veränderungen. Das Buch erinnert daran, dass gesellschaftlicher Fortschritt von Menschen lebt, die trotz Widerständen an ihren Überzeugungen festhalten.

Ganz unkritisch sehe ich Zaïda aber nicht: Ihr Wohlstand eröffnet ihr Möglichkeiten, die viele Frauen ihrer Zeit nicht hatten. Und durch den Schreibstil der Tagebuchform wirkt sie stellenweise fast zu makellos.

Trotzdem hat mich das Buch nicht mehr losgelassen. Es hat mich daran erinnert, dass vieles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, von Menschen erkämpft wurde, die sich nicht entmutigen liessen. Das hat mich beeindruckt – und motiviert.

Falls ihr das Buch selbst lesen möchtet, könnt ihr es gerne bei mir, Lea, ausleihen.

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