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SP Frauen Power Winterthur

8. März 2004: Frauen Protest in Zürich 10.03.2003

Frauenprotest-Tag in Winterthur

Am 8. März, dem internationalen Tag der Frau, haben auch in Winterthur viele Frauen ihrer Wut über die bis heute noch nicht wirklich realisierte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern lautstark Ausdruck gegeben. Bereits morgens zwischen 6. 30 und 8. 30 Uhr versammelten sich Frauen in Rot bei eisiger Kälte am Bahnhof und liessen Wecker klingeln, um andere Frauen sozusagen "zum Aufwachen" zu bringen, damit der Traum von der Gleichstellung endlich Realität werde.

Mittags strömten dann viele rot gekleidete Frauen mit Stühlen und Lärminstrumenten beladen trotz Schneegestöber in die Marktgasse, wo die ehrwürdige Justitia zur Feier des Tages mit einem roten Tuch umhüllt über ihrem Brunnen thronte. Pünktlich um 12. 00 Uhr nahmen die inzwischen rund 120 Frauen und ein paar wenige solidarischen Männer auf den mitgebrachten Stühlen Platz und schrien und lärmten, um damit zu zeigen, dass sie nicht mehr länger bereit sind, die schleppende Umsetzung der schon längst versprochenen Gleichstellung zu tolerieren und noch länger geduldig zu warten.

Umrahmt vom lautem Powersound von Ina Deter, deren Lieder auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüsst haben ("Neue Männer braucht das Land!"), sprachen nacheinander die Stadträtin Pearl Perdergnana (SP) zu Chancengleichheit an den Schulen, die Gemeinderätin Gabriella Schmid (SP) zu Gewalt gegen Frauen, Silva Lieberherr und Vera Hasler zu Frauenerwerbsarbeit und ausserfamiliärer Kinderbetreuung und schliesslich die SP-Kantonsrätin Cécile Krebs zu den Auswirkungen der geplanten Sparmassnahmen auf Frauen.

Weitere wichtige Anliegen dieses Frauenkampftages waren zudem das Engagement gegen die 11. AHV-Revision, die einmal mehr voll zu Lasten der Frauen geht und über die im Mai abgestimmt wird, und für die Einführung der längst fälligen Mutterschaftsversicherung (Abstimmung im September).

Nach der grossen Frauendemo am frühen Abend in Zürich endetet der Frauenkampftag in einem überfüllten Saal des Hotel Wartmann bei einem mitreissenden und überaus witzigen Referat der Historikerin Heidi Witzig zum Thema "Von der Frauenbefreiungsbewegung zu Zoff!".

Obwohl uns das Wetter nicht sonderlich freundlich gesonnen war, herrschte den ganzen Tag über eine tolle, kämpferische und solidarische Stimmung, und es ist zu hoffen, dass diese Energie, der Schwung und die Frauensolidarität weiter trägt und zum Erfolg in den anstehenden Abstimmungskämpfen führen wird!

Gabriella Schmid

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