Internationaler Frauentag 8. März 2004
Rede von Cécile Krebs (SP Kantonsrätin, Krankenschwester mit Führungsausbildung am IAP, Delegierte SP Winterthur Gender-Mainstreaming-Kommission)
Liebe Frauen
Liebe Kinder
und solidarische Männer
Ich komme soeben aus dem Kantonsrat. Vor zwei Wochen wurde im Kantonsrat das Sanierungsprogramm 04 behandelt. Ich möchte ihnen eine Folge für uns Frauen und das dazugehörende soziale Netz aufzeigen sowie die Realitäten und Tatsachen zur letzten Bundesratswahl darstellen.
Vom bevorstehenden Personalabbau sind mehrheitliche die Frauen betroffen.
Weil:
Frauen mehrheitlich in Teilzeitstellen arbeiten und auf die Teilzeitanstellung angewiesen sind, Weil: a) Frauen Kinder gebären b) Frauen mehrheitlich die Familienarbeit übernehmen und c) ein einziges Einkommen für die Existenzsicherung oft nicht mehr genügt. Die Familien sind stark gefährdet in die Führsorge Abhängigkeit zu geraten. Neben Kosten entstehen dem Staat auch soziale Probleme.
Ich fordere, dass Frauen in Kaderpositionen stärker vertreten sind. Die Wirtschaft kann auf vielen Ebenen vom Humankapital der Frauen profitieren. Wir Frauen zeichnen uns aus durch ein erhöhtes soziales und vernetztes Denken. Diese Ressourcen müssen ein- und umgesetzt werden für den wirtschaftlichen Wachstum. Volkswirtschaftlich gesehen ist es einen absoluten Blödsinn, das Wissen der gut ausgebildeten Frauen nicht zu nutzen.
Das Bild, welches sich von den Bundesratswahlen am 10. Dezember 2003 manifestiert hat, ist gekennzeichnet von: Patriarchat, Männlichkeit, hohem Alter und plakativen Aussagen, die stets Schuldzuweisungen zum Ziel haben. Das Werkzeug dieser Männer birgt keine humanistischen Grundwerte in sich. Die Demographie der Geburtenzahl wird ignoriert und zuletzt verleugnet. Doch Ausgrenzung hat in der menschlichen Geschichte noch nie Grenzen abgebaut, sondern die Ausgrenzung ist der Nährboden für eine sichere Verhärtung der Fronten.
Mir geht es um die Nutzung zweier Gedanken- und Gefühlssysteme, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Die Synergien und Qualitäten müssen genutzt und in die verschiedenen Systeme des menschlichen Daseins integriert werden. Männer und Väter müssen sich an der Kindererziehung beteiligen, indem sie Verantwortung auf der qualitativen und quantitativen Ebene übernehmen.
Wenn wir kein Ende ohne deklarierte Zukunftsvarianten wollen, muss dringend Gender Management in die Unternehmenspolitik integriert und zum Bestandteil des normalen Planungs- und Steuerungsprozesses werden.
Um die Gleichstellung entsprechend dem Verfassungsauftrag der seit 1981 in der Bundesverfassung steht weiter fortzusetzen, fordern ich für uns Frauen:
- Dass noch vermehrt familienergänzende Kinderbetreuungsmöglichkeiten wie Krippen, Mittagstische und Tagesschulen geschaffen werden.
- Dass vermehrt Kaderpositionen für Teilezeitarbeitende möglich werden.
- Dass endlich eine eidgenössische Mutterschaftsversicherung den Frauen zur Verfügung steht.
- Dass beim Budgetieren auf Geschlechtergerechtigkeit geachtet wird.
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